Freitag, 29. Juni 2012
Ich sitze da und schaue in den Spiegel. Was ich sehe, ist alles andere als schön. Ich bin erschrocken, wie viel ich zugenommen habe, ich sage mir immer wieder gesagt, wie fett ich doch geworden bin. "FETTES WEIB! SIEH ZU; DASS DU ABNIMMST!" Fetter Bauch, fette Oberschenkel, fetter Po, außer natürlich meine Brüste, die sind klein. Ja, ich hasse meinen Körper auch wenn andere was ganz anderes sagen.. in meinen Augen, nur lügen, was die mir sagen. Ich gehe näher an den Spiegel, so dass ich mir mein Gesicht genau anschauen konnte. "HÄSSLICH! DU BIST HÄSSLICH!" Schreit eine Stimme in meinem Kopf. Ich frage mich, warum ich so faul bin und nichts für meine Figur tue, warum ich so schwach bin, warum ich kein Durchhaltevermögen habe.. "DU BIST EINE VERSAGERIN" schreit die Stimme wieder. Ich denke daran, wie schön es wäre, leicht zu sein. Kein unangenehmes Gefühl mehr, wenn mich jemand trägt, keine angst mehr davor, in Bikini rumzulaufen. Es wäre wunderbar. Nun schaue ich auf meinen Arm, meinem vernarbten Arm. Ich hasse diesen Arm, ich wünschte er würde wie der andere aussehen. Ich streiche über meine Narben, ich denke daran, was früher alles passiert ist, dass er jetzt so aussieht, ich denke daran, wie sehr es mir fehlt und wie sehr ich es wieder brauche. Aber ich darf nicht. "LOS TU ES DOCH DU BIST DOCH EINE VERSAGERIN; DU HAST JA SCHON MIT ANGEFANGEN ALSO LOS! TU ES!" Schreit die Stimme wieder. Ich hasse mich, doch am meisten hasse ich, dass ich mich hasse. Mir läuft eine Träne runter, ich wische sie schnell weg und lege mich in mein Bett, höre Musik und versuche zu schlafen..
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